Glaubensleben

Ein Thron der Gnade

Und als ich es sah, fiel ich nieder auf mein Angesicht; und ich hörte die Stimme eines Redenden.

Hesekiel 1,28

„Lasst uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten zu dem Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zu rechtzeitiger Hilfe.“ Hebräer 4,16

Kühn dürfen wir zum Thron der Gnade treten, denn es ist ein Thron der Gnade. Unser großer Hoherpriester, Christus, ist dort und gibt uns die Gnade, die wir so nötig haben. Dort ist die Quelle der Gnade und der Barmherzigkeit „zu rechtzeitiger Hilfe“. Doch wir müssen auch zu diesem Thron kommen, um Gnade und Barmherzigkeit zu empfangen.

Wie war das damals im Volk Israel? Einst musste der Israelit mit Furcht und Zittern dem schrecklichen Thron des allmächtigen Gottes nahen. Hesekiel sah in einer Vision „die Gestalt eines Thrones … und auf der Gestalt des Thrones eine Gestalt wie das Aussehen eines Menschen oben darauf“ (Hes 1,26). – Doch Hesekiel konnte sich diesem Thron in all seiner Erhabenheit und Majestät nicht nähern. Er trat nicht hinzu, weil er etwas in diesem Thron sah, das „wie das Aussehen von Feuer“ war (V. 27). Statt kühn vor den Thron zu kommen, fiel er auf sein Angesicht (V. 28).

Für uns als Gläubige der Gnadenzeit verhält es sich ganz anders: Der Sohn Gottes sitzt auf dem Thron, doch es ist der Sohn Gottes, der wahrhaftiger Mensch wurde. Und so begegnet Er uns voller Liebe und Mitleid. Sobald wir erfassen, dass Christus für uns dort am Thron der Gnade ist, verschwindet jede Furcht. Deshalb kommen wir mutig und vertrauensvoll zu Ihm.

Jeden Augenblick in unserem Leben steht uns der Zugang zum Thron der Gnade offen. Wir müssen nichts weiter tun, als im Gebet und Flehen vor Gott zu treten. Sofort stehen uns Gnade und Barmherzigkeit zur Verfügung. Die Garantie dafür ist die Person, an die wir uns wenden: Die Größe unseres Herrn steht auf der einen, die Größe seiner Gnade auf der anderen Seite.

Beide Seiten finden wir bei den Menschen mehr als selten. Denken wir nur an einen einflussreichen Arbeitgeber, der durchaus in der Position wäre und die Mittel hätte, anderen zu helfen. Aber er kann es sich im Grunde nicht erlauben, anderen gegenüber großzügig zu sein. Zu groß ist seine Sorge, dass die Bitten immer mehr würden und seine Freundlichkeit ausgenutzt würde. Also wird sich ein solch reicher Mann von anderen fernhalten. Und wer Hilfe braucht, wird sie kaum von ihm bekommen.

Dann wiederum kennen wir sehr freundliche, hilfsbereite und großzügige Menschen, zu denen man jederzeit kommen und um Hilfe bitten kann. Vielleicht ist es die freundlichste Person, die wir kennen. Doch sie hat keinen Einfluss und nicht die Mittel, um wirklich helfen zu können. Ist es im Allgemeinen nicht so bei den Menschen? Gibt es nicht immer entweder die einen oder die anderen?

Nicht so bei unserem Herrn. Seine Macht und seine Gnade sind in seiner Person vereint und stehen uns jederzeit, ja rechtzeitig zur Verfügung.

Übersetzt aus: Le Seigneur est proche

Lasst uns nun mit Freimütigkeit hinzutreten zu dem Thron der Gnade, damit wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden zu rechtzeitiger Hilfe.

Hebräer 4,16

F. B. Hole

Einordnung: Im Glauben leben, Jahrgang 2026, Heft 2, Seite 29

Bibelstellen: Hebräer 4,16; Hesekiel 1,26-28;

Stichwörter: Gläubige, Gnade, Gnadenzeit, Hilfe, Thron