Ermutigung

Niemand kann uns scheiden

Paulus zeigt uns in den ersten acht Kapiteln des Römerbriefs das Evangelium Gottes. Wir sind als Gläubige gerechtfertigt von unseren Sünden und freigesprochen von der Sünde. Wir haben eine völlig neue Stellung in Christus vor Gott. Es gibt für uns keine Verdammnis mehr, und wir rühmen uns in der Hoffnung der Herrlichkeit Gottes (Röm 8,1; 5,1).

Der ewige Vorsatz

Am Ende des achten Kapitels kommt Paulus auf ein neues Thema zu sprechen: den Ratschluss Gottes (Röm 8,28-30). Gott hat uns in der Ewigkeit zuvorerkannt und zuvorbestimmt, dem Bild seines Sohnes gleichförmig zu sein. In der Zeit hat Er uns berufen und gerechtfertigt. Und es steht heute schon fest, dass wir einmal verherrlicht sein werden.

Paulus unterstreicht mit diesen Worten, dass wir nicht nur eine herrliche Stellung in Christus haben, sondern dass wir sie auch nie mehr verlieren werden.

Die Reaktion darauf

Nachdem er den ewigen Vorsatz Gottes vorgestellt hat, stellt Paulus einige Fragen:

„Was sollen wir nun hierzu sagen? Wenn Gott für uns ist, wer gegen uns? Er, der doch seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle hingegeben hat – wie wird er uns mit ihm nicht auch alles schenken? Wer wird gegen Gottes Auserwählte Anklage erheben? Gott ist es, der rechtfertigt; wer ist es, der verdamme? Christus ist es, der gestorben, ja noch mehr, der auch auferweckt worden, der auch zur Rechten Gottes ist, der sich auch für uns verwendet. Wer wird uns scheiden von der Liebe des Christus? Drangsal oder Angst oder Verfolgung oder Hungersnot oder Blöße oder Gefahr oder Schwert?“ (Röm 8,31-35).

Mit der ersten Frage „Was sollen wir nun hierzu sagen?“ öffnet der Apostel unsere Herzen: Wir fangen an, darüber nachzudenken, wie groß die Gnade Gottes ist und wie sie uns zu Festigkeit, Zuversicht und Dankbarkeit führen muss.

In den folgenden Versen beantwortet Paulus seine Eingangsfrage selbst: Er stellt sechs rhetorische Fragen und formuliert sechs triumphale Glaubensaussagen. Dadurch wird deutlich, dass wir für immer mit Gott verbunden sind.

Fragen des Glaubens

1. „Wenn Gott für uns ist, wer gegen uns?“ Wenn sich der große Gott auf unsere Seite gestellt hat, welche Macht sollte siegreich gegen uns kämpfen können? Die Antwort lautet: Niemand.

2. „Er, der doch seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle hingegeben hat – wie wird er uns mit ihm nicht auch alles schenken?“ Wenn Gott seinen Sohn für uns hingegeben hat, ist es dann denkbar, dass Er uns etwas Gutes in Zeit und Ewigkeit vorenthalten wird? Die Antwort lautet: Niemals.

3. „Wer wird gegen Gottes Auserwählte Anklage erheben?“ Wer will uns erfolgreich vor dem höchsten Gericht beschuldigen, da Gott uns zum ewigen Segen auserwählt und zuvorbestimmt hat? Die Antwort lautet: Niemand.

4. „Gott ist es, der rechtfertigt; wer ist es, der verdamme?“ Wenn Gott, der Richter aller, uns für gerecht erklärt hat, wer kann uns dann in die Hölle werfen? Die Antwort lautet: Niemand.

5. „Wer wird uns scheiden von der Liebe des Christus?“ Welche Person kann uns von der Liebe des Herrn Jesus scheiden, der für uns gestorben ist und sich zur Rechten Gottes für uns verwendet? Die Antwort lautet: Niemand.

6. Schließlich nennt Paulus sieben Erlebnisse auf, und fragt, ob sie uns von der Liebe Christi trennen können. Die Antwort lautet jeweils: Niemals. In den sieben genannten Erlebnissen erkennen wir eine gewisse Steigerung im Grad der Bedrohung:

• Drangsal – diverse äußere Schwierigkeiten.

• Angst – die innere Reaktion auf die Drangsal.

• Verfolgung – gezielter Hass.

• Hungersnot – ohne Nahrung lebt man nur einige Tage oder Wochen.

• Blöße – wer schutzlos Kälte ausgesetzt ist, kann innerhalb von Stunden erfrieren.

• Gefahr – das Leben ist akut bedroht.

• Schwert – ein einziger Schwertstreich kann das Leben beenden.

Wenn Gläubige wie Schlachtschafe gerechnet werden, ist ihre Tötung nur eine Frage der Zeit (Röm 8,36). Doch das Schwert trennt einen Christen nicht von der Liebe Gottes, sondern von den Leiden auf der Erde. Wer sich das bewusst macht, wird ein überlegener Sieger, der Schwierigkeiten nicht nur durchsteht, sondern sie als Gelegenheit begreift, durch die Gottes Kraft sichtbar werden kann (Röm 8,37).

Aussagen des Glaubens

Paulus trifft danach sechs starke Aussagen des Glaubens:

„Denn ich bin überzeugt, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Fürstentümer, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges noch Gewalten, weder Höhe noch Tiefe noch irgendein anderes Geschöpf uns zu scheiden vermögen wird von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn“ (Röm 8,38.39).

In sechs Begriffen oder Begriffspaaren macht der Apostel deutlich, dass uns nichts von der Liebe Gottes scheiden kann. In seiner Aufstellung verweist er abwechselnd auf Umstände und auf Geschöpfe:

1. „Tod und Leben“ (Umstände): alle Ereignisse, die das Leben beenden, und alle, die im Leben geschehen können.

2. „Engel und Fürstentümer“ (Geschöpfe): alle (gewöhnlichen) Engel und alle höhergestellten Engel, die eine Machtstruktur bilden.

3. „Gegenwärtiges und Zukünftiges“ (Umstände): alles, was aktuell passiert, und alles, was noch kommen mag.

4. „Gewalten“ (Geschöpfe): alle Autoritäten auf der Erde.

5. „Höhe noch Tiefe“ (Umstände): alles, was irgendwo im Universum existiert.

6. „Irgendein Geschöpf“: alle Geschöpfe, die es sonst noch gibt (wie wilde Tiere).

Paulus geht durch Raum und Zeit, um etwas zu finden, was uns von der Liebe Gottes scheiden kann – und er kommt mit leeren Händen zurück. Es steht felsenfest: Niemand kann uns von der Liebe Gottes trennen.

Das, was Gott sich vorgenommen hat, wird zustande kommen. Wir werden die Herrlichkeit Gottes erreichen! Das gibt uns Mut und Zuversicht, auch wenn das Gelände unseres Lebenswegs schwierig wird und der Teufel uns durch Zweifel stören will.


Wer wird uns scheiden von der Liebe des Christus?

Römer 8,35

Gerrid Setzer

Einordnung: Im Glauben leben, Jahrgang 2026, Heft 2, Seite 3

Bibelstellen: Römer 8,1.28-35.37-39; 5,1;

Stichwörter: ewiger Vorsatz, Glauben, Liebe des Christus, Liebe Gottes, rechtfertigen, scheiden