Biblische Lebensbilder

Simeoniter

1. Chronika 4,38-43

Im Buch Chronika finden wir die schönen Seiten der Geschichte Israels. Wohl deshalb, weil sie auf die herrliche Regentschaft unseres Herrn im Tausendjährigen Friedensreich hinweisen. In Chronika wird die Geschichte vom Haus Davids aufgerollt, so wie Gott gerne an sie zurückdenkt: keine Fehler, keine Sünde, kein Götzendienst (abgesehen von diversen Ausnahmen).

Wir wollen eine kleine Passage aus den Geschlechtsverzeichnissen herausgreifen, die uns Mut machen soll, auch unser schönes christliches Erbe mit mehr Freude und Fleiß in Besitz zu nehmen. Der Stamm Juda hatte ein ziemlich großes Gebiet im Land Kanaan erhalten, und inmitten dieses Landstrichs lag ein kleines Gebiet, das Simeon zugeordnet war. Nun, in den Tagen Hiskias (1. Chr 4,41) hören wir von einer bemerkenswerten Glaubenstat dieser Simeoniter: Sie vergrößerten ihr Erbteil. Wollten sie dem Vorbild von Jabez in Vers 10 nacheifern? – Sie erweiterten ihre Grenze, aber nicht zulasten ihres Brudervolkes Juda, sondern indem sie die Amalekiter schlugen und deren Gebiet bzw. das Gebiet von Ham eroberten (V. 40.43).

Kleiner Hinweis: Wir haben hier nicht die Eroberungszüge in den Tagen Josuas vor uns. Das war lange her. Nein, unsere Verse spielen sich in den Tagen Hiskias ab. Wir können also unser Leben lang neuen Segen für unsere Herzen empfangen – wenn wir nur wollen. Allerdings müssen wir alles dem Herrn im Gebet vorlegen. Das ist die Lektion von Jabez. Und wir müssen uns aufmachen, um das „Land“ auch wirklich zu erobern. Das lernen wir von den Simeonitern. Diese beiden Seiten stellt uns Psalm 27,4 vor: „Eins habe ich von dem HERRN erbeten, danach will ich trachten.“

Eine kleine Geschichte dazu: Ein Prediger des Wortes Gottes fragte seinen Kollegen: „Hast du schon einmal einen Vortrag speziell für alte Leute gehalten?“ „Natürlich“, war die Antwort, „bei meinen Vorträgen sitzt Alt und Jung gemischt durcheinander.“ „Nein“ das meine ich nicht. Ich frage, ob du zu einem Vortrag nur alte Leute eingeladen hast?“ „Nein, das habe ich noch nicht getan.“ „Ich aber. Sie kamen mit Stöcken und Krücken, in Rollstühlen und mit Begleitpersonal.“ „Und worüber hast du gesprochen – über Prediger 12,1: ‚… die Tage des Übels kommen und die Jahre nahen heran, von denen du sagen wirst: Ich habe kein Gefallen an ihnen‘?“ „Nein, nein, ganz im Gegenteil. Ich habe über die Arbeiter im Weinberg gesprochen, die der Herr noch zur elften Stunde in seinen Dienst stellte (vgl. Mt 20,6.7). Und ich kann dir sagen: Die Leute gingen hochmotiviert wieder nach Hause.“

Zurück zu den Fürsten der Familien der Simeoniter. Sie entwickelten eine Eigeninitiative, die offensichtlich von Gott gesegnet war. Aber all diese schönen Besitztümer einzunehmen, geht nicht ohne Kampf vonstatten. Epheser 6 beschreibt uns diesen Kampf und zeigt uns gleichzeitig auch die Hilfsmittel, mit denen wir diesen Kampf siegreich führen können: die Waffenrüstung (V. 10).

Wer hätte wohl gedacht, dass die Simeoniter die Amalekiter schlagen konnten, von denen es gleich zu Anfang der Wüstenreise heißt: „Krieg hat der HERR gegen Amalek von Geschlecht zu Geschlecht!“ (2. Mo 17,16). 400 Jahre später gab Samuel Befehl an Saul, dieses Volk zu vernichten. Aber sie wurden nicht ausgerottet, denn nach vielen Jahren erhob ein Amalekiter noch sein Haupt gegen Israel: Haman.

Hier sind es 500 Mann von den Söhnen Simeons, die mit der Hilfe Gottes „den Überrest, die Entronnenen von Amalek“ schlugen (1. Chr 4,43). Denn sehen wir uns einmal die Namen ihrer Führer an. Zu Deutsch heißen sie „Der HERR rettet“ (Pelatja), „Licht des HERRN“ (Nearja), „Der HERR heilt“ (Rephaja), „Gott ist meine Stärke“ (Ussiel). Diese Männer vollzogen das (endgültige) Urteil über Amalek. Wann das war? Wir können davon ausgehen, dass es nach der Geschichte von Esther geschah, also nach dem Überfall von Xerxes I auf Griechenland im Jahr 480 v.Chr.

Damit weisen diese 500 Mann im großen geschichtlichen Bogen auf die Enderfüllung der Prophetie über Amalek[1] hin, wenn der „Gott des Friedens in kurzem den Satan unter eure Füße zertreten wird“ (Röm 16,20). Gott wird seine Ratschlüsse zur Ausführung bringen.

Die Simeoniter kämpften tapfer. Sie eroberten neues, fruchtbares Land. Sie besiegten die Amalekiter. Aber sie konnten es nur in der Kraft ihres Gottes, den sie in ihren Namen trugen.

Und wir? Kann sich auch in unserem Leben die Kraft Gottes mächtig erweisen? Erobern auch wir – selbst im Alter – noch Neuland und schlagen den „alt-bösen Feind“ (nach Luther) in die Flucht? Gebe Gott, dass wir es tun, Alt und Jung. Es kann uns nur zum Segen sein.

[Buchauszug: Die Kleinen der Bibel, Band 4]



Fußnoten:

  1. Amalek ist ein Bild von Satan.

Walter Keune

Einordnung: Im Glauben leben, Jahrgang 2026, Heft 1, Seite 25

Bibelstellen: 1. Chronika 4,38-43; Prediger 12,1; Psalm 27,4; 2. Mose 17,16; Epheser 6,10; u. a.;

Stichwörter: Amalek, Simeoniter, Waffenrüstung