Ermutigung

Wenn man das Licht nicht mehr sieht

Doch nicht bleibt Finsternis dem Land, das Bedrängnis hat.

Jesaja 8,23

„Und jetzt sieht man das Licht nicht, das am Himmelsgewölbe leuchtet; aber ein Wind fährt daher und reinigt es. Aus dem Norden kommt Gold – um Gott ist furchterregende Pracht“ (Hiob 37,21.22).

Hiob wünschte sich, dass die früheren Tage zurückkämen, in denen Gottes Leuchte über ihm schien und er in Gottes Licht durch die Finsternis ging (Hiob 29,2.3). Doch in seinem Leben war es dunkel geworden, und er ging ohne Sonne trauernd umher (Hiob 30,26.28). Aus dem Wissen, dass Gott durch seinen Hauch den Himmel wieder heiter machen kann, konnte er nur wenig Zuversicht schöpfen (Hiob 26,13).

In dem eingangs zitierten Vers erinnert Elihu den geprüften Hiob an eine wichtige Wahrheit: Auch hinter dichten Wolken strahlt die Sonne. Und irgendwann kommt ein Wind auf und vertreibt das Gewölk (vgl. V. 9). Das Firmament wird dann in wunderschönen Goldglanz getaucht, wenn die Sonne auf die nach Norden abziehenden Wolken scheint. Es wird wieder hell! Mit diesen Worten beschreibt Elihu nicht nur ein Naturphänomen, sondern erteilt auch eine geistliche Lektion.

Dunkle Wolken

In unserem Leben können Wolken aufziehen, die das Licht der Gegenwart Gottes verdunkeln und uns die Freude und Zuversicht rauben. Es ist gut, sich in einer solchen Situation an zwei Dinge zu erinnern:

Das Licht der Herrlichkeit Gottes leuchtet stets. Unser Blick mag in der Not getrübt sein, aber die Liebe Gottes bleibt unverändert. Die Güte Gottes währt den ganzen Tag, auch wenn wir davon in manchen Stunden nur wenig empfinden (Ps 52,3). Gott möchte, dass wir uns durch sein Wort immer wieder beleben lassen und im Vertrauen auf seine Gnade gestärkt werden. Dann können wir hinter die Wolken der Sorgen und Trübsal sehen und mit Hiob sagen: „Ich werde auf ihn warten“ (Hiob 13,15).

Das Dunkel wird nicht immer bleiben. Sobald Gott die Wolken vertreibt, wird seine Herrlichkeit sichtbar. Als bei Hiob das „Ende des Herrn“ erreicht war und Gott ihn mit Segnungen überschüttete, wurde deutlich, dass Gott „voll innigen Mitgefühls und barmherzig ist“ (Jak 5,11). Davon war noch wenig zu sehen, als Hiob schmerzgebeugt auf dem Aschehaufen saß. Doch durch den getrösteten und gesegneten Hiob wurde offenbar, dass Gott die Menschenkinder nicht von Herzen plagt (Hiob 42; Klgl 3,33). Das stellt Gott auch heute heraus, wenn Er das Dunkel der Prüfung beendet. Das ist für uns spätestens dann der Fall, wenn der Herr Jesus wiederkommen wird.

Steh auf, leuchte; denn dein Licht ist gekommen, und die Herrlichkeit des Herrn ist über dir aufgegangen! Denn siehe, Finsternis bedeckt die Erde und Dunkel die Völkerschaften; aber über dir strahlt  der Herr auf, und seine Herrlichkeit erscheint über dir.
Jesaja 60,1.2

Gerrid Setzer

Einordnung: Im Glauben leben, Jahrgang 2026, Heft 9, Seite 19

Bibelstellen: Hiob 13,15; 26,13; 29,2.3; 30,26.28; 37,21.22; Psalm 52,3; Jakobus 5,11; Hiob 42; Klagelieder 3,33; Jesaja 60,1.2;

Stichwörter: Dunkel, Gott, Herrlichkeit, Hiob, Licht, nicht sehen, Sehen, Wolken