Dienst / Nachfolge

Nützlich?

Wir stellen uns oft die Frage, ob wir da, wo wir sind, nützlich sein können. Satan verführt häufig damit. Er mag dem auf die Insel Patmos verbannten Apostel Johannes suggeriert haben, dass er nützlicher sein könnte, wenn er nicht dort wäre. Er könnte frei sein für den Dienst an den Heiligen, wenn er etwas kompromissbereiter gewesen wäre und sich aus Schwierigkeiten herausgehalten hätte. Doch für wen hätte er nützlich sein können – für Gott oder für die Menschen? Manchmal kann Gott mehr von seiner Herrlichkeit zeigen, wenn Er Menschen beiseitesetzt. Die Augen Gottes ruhten auf Johannes, einem Gefangenen, der scheinbar nutzlos war.

Es ist Gottes Art, dass Er gerade an dem Punkt seine Herrlichkeit offenbaren will, wo deine Schwäche dich scheinbar nutzlos macht. Die Menschen halten es beispielsweise für seltsam, dass alte Christen – „Unbrauchbare“ – auf der Erde zurückgelassen und junge, aktive genommen werden.

Versuche nicht, Gottes Angelegenheiten für Ihn zu regeln. Sage nicht: „Wie schade, dass Johannes auf Patmos war.“ Der Herr wollte ihn dort haben, um etwas mitzuteilen, das seinem Volk bis zum Ende der Zeit dienen könnte.

Stell dir vor, jemand befände sich in schwierigen Umständen und du wärst in der Lage, ihn mit natürlicher Kraft dort herauszuholen. Doch dann merkst du, dass Gott ihn in diesen Umständen haben will, um Zeugnis für Ihn ablegen zu können. Dann würde sehr deutlich sein: Wir sollten die Dinge des Lebens nicht nach unserer Zuneigung zu den Gläubigen beurteilen, und schon gar nicht nach Bequemlichkeit, sondern stets im Licht Gottes.

G. V. Wigram

Einordnung: Im Glauben leben, Jahrgang 2024, Heft 7, Seite 21

Stichwörter: Herrlichkeit Gottes, nützlich, Zeugnis