Eleasar, der Sohn Dodos
„Und nach ihm kam Eleasar, der Sohn Dodos, der Sohn eines Achochiters; er gehörte zu den drei Helden bei David, als sie die Philister verhöhnten, die dort zum Kampf versammelt waren, und als die Männer von Israel wegzogen. Er machte sich auf und schlug unter den Philistern, bis seine Hand ermüdete und seine Hand am Schwert klebte; und der Herr schaffte an jenem Tag eine große Rettung. Das Volk aber kehrte um, ihm nach, nur um zu plündern.“ (2. Sam 23,9.10)
Eleasar war einer der Helden Davids, von denen in 2. Samuel 23 und 1. Chronika 11 berichtet wird. Unter sehr schwierigen Bedingungen verteidigte er ein Gerstenfeld vor den Angriffen der Philister. Als die Männer von Israel vor dem Feind flohen, machte er sich als Einziger auf und kämpfte, bis seine Hand ermüdete und am Schwert klebte. Von dieser Heldentat können wir viel lernen. In Verbindung mit der Textstelle in 2. Samuel 23 möchte ich sechs Punkte hervorheben.
Ein Held Davids
Eleasar stand nicht nur treu auf der Seite Davids, er vollbrachte auch Heldentaten für ihn. Er gehörte zu den drei Haupthelden des Königs. Er hatte sein Leben ganz in den Dienst Davids gestellt und war bereit, es im Kampf für ihn zu riskieren. Noch am Ende seines Lebens dachte David dankbar an das, was dieser tapfere Mann für ihn getan hatte.
Wenn wir uns vor Augen halten, dass David hier ein Bild des Herrn Jesus ist, erkennen wir, dass die Heldentat Eleasars auch uns heute etwas zu sagen hat. Wem dienen wir? Sind wir ebenfalls bereit, unser Leben in den Dienst des Herrn Jesus zu stellen und es für seine Sache zu „riskieren“? Sind wir „Helden“ dieser Welt oder Helden des wahren David?
Im Kampf gegen die Philister
Die Philister hatten sich wieder zum Kampf gegen Davids Männer versammelt, um dem Volk Gottes Schaden zuzufügen. Warum die drei Helden Davids die Philister bei dieser Gelegenheit höhnend herausforderten und warum sich die Männer Israels im weiteren Verlauf zurückzogen, wird im biblischen Bericht nicht weiter ausgeführt. Jedenfalls tat sich Eleasar unter den drei Helden besonders hervor, indem er trotz des Rückzugs der Israeliten und der Übermacht des Feindes mutig in den Kampf zog.
Auch wir stehen als Christen in einem Kampf, der viele unterschiedliche Bereiche umfasst. Dabei ist von entscheidender Bedeutung, wie wir diesen Kampf führen: Zum einen sollen wir nicht auf fleischliche Weise vorgehen, sondern auf eine vom Geist gewirkte Art und Weise (Gal 5,25), und zum anderen sollen wir effizient und zielorientiert kämpfen und „nicht wie aufs Ungewisse“ oder „wie einer, der die Luft schlägt“ (1. Kor 9,26).
Vom eigenen Volk im Stich gelassen
Dem biblischen Bericht zufolge zogen die Männer von Israel kurz vor dem Kampf weg und ließen Eleasar wohl eine Zeit lang allein zurück (1. Chr 11,13)[1]. Obwohl ihn das feige Verhalten seiner Brüder sicher tief getroffen hat, verlor er nicht den Mut. Er machte sich allein auf, um sich den Philistern entgegenzustellen. Obwohl er nun einer Übermacht allein gegenüberstand, blieb sein Heldenmut ungebrochen.
Wie reagieren wir, wenn wir uns von unseren Brüdern im Stich gelassen fühlen? Legen wir entmutigt die Hände in den Schoß oder führen wir unseren Dienst mit der Hilfe des Herrn fort? Blicken wir verächtlich auf unsere Brüder herab oder vertrauensvoll zum Herrn auf, der uns die nötige Kraft schenken will?
Vom Kampf ermüdet
Eleasar kämpfte mit großer Ausdauer, bis seine Hand ermüdete. Bei ihm war es weder Bequemlichkeit noch Furcht, die ihn aufhielt, sondern die nachlassende Kraft, die sich bemerkbar machte. Selbst wenn er gewollt hätte – viel länger hätte er nicht mehr kämpfen können. Doch er hielt lange genug durch, um die Philister zu besiegen.
Kennen wir das auch, dass wir im Dienst für den Herrn ermüden und uns die Kraft ausgeht? Bedenken wir dabei: Auch das treue Festhalten der biblischen Wahrheiten zehrt an unseren Kräften und kann uns müde machen. Von Gideon und seinen dreihundert Mann lesen wir, dass sie dem Feind nachjagten, obwohl sie erschöpft waren (Ri 8,4). Mit der Aufgabe gibt der Herr jedoch auch die Kraft, sie auszuführen. Wir dürfen uns daran erinnern, dass Er dem Müden Kraft gibt und dem Unvermögenden Stärke darreicht in Fülle (Jes 40,29).
Vom Schwert „gezeichnet“
Um ein Schwert sicher zu führen, ist ein fester Griff um das Heft unabdingbar. Die Waffe auch nur einen Augenblick loszulassen, könnte den Kampf entscheiden. Von Eleasar lesen wir, dass er so lange stritt, bis seine Hand am Schwert klebte. Je länger der Kampf andauerte, desto mehr verband sich seine Hand mit der Waffe.
Gott hat auch uns eine Waffe gegeben: „das Schwert des Geistes, das Gottes Wort ist“ (Eph 6,17). Damit kämpfen wir nicht gegen Fleisch und Blut, sondern gegen die geistlichen Mächte der Bosheit in den himmlischen Örtern (Eph 6,12). Sind wir mit diesem Schwert vertraut? Lesen und kennen wir das Wort Gottes? Und halten wir seine Wahrheiten in der Kraft des Geistes fest, oder lassen wir sie leichtfertig los?
Vom HERRN belohnt
Eleasar tat, was er konnte: Er kämpfte treu, bis seine Kraft schwand. Aber es war schließlich der HERR, der an jenem Tag eine große Rettung schaffte. Er sah den Mut sowie die Entschiedenheit dieses Mannes und belohnte seinen Glauben. Der Sieg Eleasars wurde so zu einem Segen für das ganze Volk – auch wenn dieses bei dieser Begebenheit kein gutes Bild abgab.
Der Herr nimmt auch von unserem Glaubenskampf Notiz. Er sieht und beurteilt, wie wir diesen Kampf führen. Ihm entgeht nicht, wenn wir mutig für Glaubenswahrheiten eintreten und sie gegen Angriffe verteidigen. Er sieht aber auch, wenn wir nur halbherzig kämpfen. Doch bei aller Anstrengung sollten wir nie vergessen: Wenn der Herr die Rettung nicht schenkt und das Werk nicht segnet, ist jeder menschliche Einsatz vergeblich (Ps 127,1).
Nehmt auch den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, das Gottes Wort ist.
Ephes er 6,17

Fußnoten:
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