Christus erwarten
Denn unser Bürgertum ist in den Himmeln, von woher wir auch den Herrn Jesus Christus als Heiland erwarten.
Philipper 3,20
Wenn ich abends zu Bett gehe mit dem Gedanken: „Vielleicht wird der Herr Jesus kommen, bevor der Morgen anbricht“ und wenn ich am Morgen aufstehe und mir sage: „Vielleicht werde ich Ihn sehen, bevor der Abend kommt“ – was für eine Wirkung hat eine solche Erwartung auf meine Gedanken, auf meinen Willen, auf meine Wünsche und mein Betragen! Werde ich dann nicht Fleiß anwenden zu allem, was Ihm wohlgefällig ist, und suchen, der Ermahnung des Apostels zu folgen, ohne Flecken und tadellos von Ihm erfunden zu werden in Frieden (vgl. 2. Pet 3,14)? Wie viele Dinge betrachten die Christen jetzt als unschuldig und erlaubt, die aber ganz anders erscheinen im Licht der Herrlichkeit dessen, der kommt!
So wird uns die Ankunft des Herrn in der Heiligen Schrift immer wieder nicht nur als eine Lehre vorgestellt, die von etwas Zukünftigem redet, sondern als eine lebendige Hoffnung, die reinigt, die uns von dem uns umgebenden Bösen getrennt hält und die uns vor Weltförmigkeit schützt.
Außerdem ist sie für unsere Seele eine Stütze, die uns hält und jeden Augenblick unseres Lebens kräftigt, die uns „fest“ und „unbeweglich“ macht und uns anspornt, allezeit „überströmend“ zu sein im „Werk des Herrn“
(1. Kor 15,58). Aber diese Erwartung Christi ist auch ein Balsam für jede Wunde und jeden Schmerz. Es gibt keine Schwierigkeit für die Seele, die durch diese gesegnete Hoffnung nicht erleichtert, und keinen noch so schweren Schlag, der durch die Erwartung des Herrn nicht gemildert würde. So ist die Erwartung des Herrn Triebfeder und Trost des Christen.

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